ARCHITEKTUR

ARCHITEKTURFOTOGRAFIE

Was ist Architekturfotografie?

Die Architekturfotografie (englisch: architecture photography) beschäftigt sich mit der fotografischen Abbildung von Architektur. Sie ist die Wechselwirkung von visueller Raumwahrnehmung und fotografischer Raumdarstellung – und für mich als Fotograf ein immer erneut spannender Bereich. Die Architekturfotografie steht in einer engen Beziehung zu den Genres der Sachfotografie, Industriefotografie und Landschaftsfotografie. Das Genre ist so alt wie die Fotografie selbst und wurde bereits von den Pionieren als Thema gewählt. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Teilbereich der fotografischen Ausbildung.

 

Ruhiges Motiv – unendliche Möglichkeiten

Egal ob ein Landhaus in Bayern, ein Industriegelände in Stuttgart, der Dom in Köln oder ein Plattenbau in Berlin – die Architektur bietet eine reiche Auswahl unterschiedlichster Motive – sowohl von innen als auch von außen fotografiert. Zum Begriff Architektur müssen neben ganzen Räumen oder Gebäuden natürlich auch Treppen, Türen, Ornamente und andere Details von Gebäuden gezählt werden – Straßen, Türme und Brücken ebenfalls. Und obwohl die Motive unbeweglich und geduldig dastehen, braucht es viel Erfahrung und ein gutes Auge, um Gebäude und Räume auf Fotos zu bannen. Ein Architekturfotograf, der ein gutes Foto vom Dom in Köln machen möchte, muss z.B. auf vorbeifahrende Autos, auf Lichtverhältnisse uvm. mehr achten. Deshalb braucht es in der Architekturfotografie Geduld, Planung und ein Gefühl für Raum und Linien. Ein Fotograf, der sich auf das Terrain der Architektur vorwagen möchte, benötigt nicht nur die richtige Ausrüstung, sondern auch ein Auge für Details und einen ausgeprägten Sinn für die perfekte Bildkomposition.

 

Von Stuttgart bis Hamburg: Einsatzgebiete der Architekturfotografie

Als langjährig erfahrener Fotograf ist ein Teilbereich meiner Arbeit die Architekturfotografie. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig und können sowohl dokumentarischer als auch künstlerischer Art sein. Beide Varianten will ich Ihnen hier etwas genauer vorstellen:

Im Rahmen der dokumentarischen Architekturfotografie kommt es hauptsächlich auf die objektive, wertfreie Wiedergabe eines Objektes an. Von größter Bedeutung ist hierbei die möglichst naturgetreue Abbildung aller Details. Meinen künstlerischen Anspruch muss ich als Architekturfotograf dabei hintenanstellen. Im künstlerischen Sektor dagegen ist zwischen interpretierender und subjektiver Architekturfotografie zu unterscheiden. In beiden Fällen dürfen Architekturfotografen ihre persönlichen Sichtweisen wiedergeben und ihre eigene Kreativität einfließen lassen. Während jedoch bei der interpretierenden Architekturfotografie die Motive noch realistisch erkennbar bleiben müssen, kann der Architekturfotograf bei der subjektiven Fotografie seiner Fantasie freien Lauf lassen. Hier können unter anderem übersteigerte Perspektiven, besondere Lichteffekte oder Spiegelungen zum Einsatz kommen.

Um die originalgetreue Darstellung der Einzelheiten zu ermöglichen, finden in diesem Genre der Fotografie meist große Aufnahmeformate Verwendung. Vorrangig wird aus der Zentralperspektive fotografiert – das heißt: aus Sicht einer sich in der Umgebung des Objekts aufhaltenden Person. Aufnahmen aus der Vogel- oder Froschperspektive sind aber ebenso üblich.

Architekturfotografie: die Standortfrage

Bei der Standortfrage handelt es sich nicht um die Frage Köln, München, Berlin oder Stuttgart, sondern sie bezieht sich auf die Perspektive des Fotografen.

Für die Architekturfotografie heißt das: Weil sich ein Bauwerk nicht bewegen lässt – nicht umsonst spricht man von „Immobilie“ (lat. immobilis = unbeweglich) –, können Architekturfotografen die Perspektive nur durch Verlagern des Kamerastandpunkts verändert werden und nicht durch Variieren des Bildausschnitts, weder durch Zoomen noch durch nachträglichen Beschnitt.

Die Frage nach dem richtigen Standort und der daraus resultierenden Perspektive steht im Zentrum der Architekturfotografie. In der klassischen Architekturfotografie ist der ideale Standort dann gegeben, wenn Fotografen ein Gebäude mit exakt gerade ausgerichteter Kamera und damit frei von jeglicher Verzerrung abbilden können.

Etwas Hintergrundwissen aus der Fotografie: Eine vertikale oder horizontale Gebäudekante soll parallel zur Bildfeldbegrenzung abgebildet werden. Muss die Kamera nach oben geschwenkt werden, kippt das Gebäude scheinbar nach hinten – Fotografen sprechen dann von „stürzenden Linien“, die sich nur mit technischen Tricks wie einem Shift-Objektiv bzw. nachträglicher Bildbearbeitung beseitigen lassen.

Ein gelungenes Foto mit Perspektivkorrektur

Zur Perspektivkorrektur direkt bei der Aufnahme arbeite ich als Architekturfotograf mit Shift-Objektiven – aber auch das nachträgliche Entzerren eines Fotos ist möglich:

Wenn das Bild nachträglich entzerrt werden soll, lässt der Architekturfotograf genug Raum um das Hauptmotiv, weil der Bildausschnitt beim Entzerren enger wird und Bildinformation in den Randbereichen auf der Strecke bleibt.

Architekturfotografie: Lichtspiele

Neben der Perspektive ist das Licht in der Fotografie entscheidend für die Wirkung der Bilder. Frontallicht beleuchtet Gebäude gleichmäßig, was etwa bei Glasfronten oder farbigen Fassaden vorteilhaft sein kann. Seitenlicht dagegen arbeitet Formen und Oberflächenstrukturen heraus.

Für gute Architekturfotos braucht ein Fotograf Zeit, um ein Bauwerk zu verschiedenen Tageszeiten, in unterschiedlichen Lichtsituationen zu studieren und die besten Seiten zu entdecken. In Häuserschluchten treten oft extreme Hell-Dunkel-Kontraste auf, die die Dynamik mancher Kameras überfordern. Wetter- und Lichtverhältnisse haben den größten Einfluss auf Ihr Bild, sowohl in der Natur- als auch in der Architekturfotografie. Starkes Sonnenlicht führt beispielsweise zu hohen Kontrasten, aber auch zu leuchtenden Farben, diffuses Morgenlicht lässt Gebäude sanfter und matter wirken.

Moderne Architektur nutzt Licht als Gestaltungsmittel raffiniert und effektvoll, etwa durch Glasfassaden, die Sonne und Himmel in allen Schattierungen reflektieren. Zudem sind viele Gebäude künstlich beleuchtet. Deshalb planen Architekturfotografen oft nach den Tageslichtaufnahmen eine zweite Fotoschicht zur blauen Stunde und eine dritte für Nachaufnahmen ein.

Architekturfotografie: Innenräume

Innenräume gibt es in allen Dimensionen von der Besenkammer bis zur Festhalle. Und wie bei jeder Art von Architekturfotografie geht es auch hier darum, die Formsprache des Architekten zu unterstreichen, zu interpretieren oder zu abstrahieren. Dabei spielen auch Raumbeziehungen eine Rolle, die durch Sichtöffnungen wie Fenster, Türen oder offene Übergänge entstehen. Treppenhäuser finden sich als Schlüsselmotive in Kunstwerken (zum Beispiel bei M.C. Escher) oder in Filmen (zum Beispiel von Alfred Hitchcock). Auch für Fotografen ist es eine immer aufs Neue spannende Herausforderung, Raumbeziehungen zu visualisieren.

Wichtigste Optik bei der Fotografie von Innenaufnahmen ist der Weitwinkel. Vorhandenes Licht, das den Raum durch Fenster, Oberlichter oder Glaskuppeln mitgestaltet, ist von entscheidender Bedeutung – aber auch die künstliche Beleuchtung, die bei moderner Architektur meistens Bestandteil des Raumkonzepts ist. Der Einsatz von Blitzlicht kann dann sinnvoll sein, wenn ein markantes Objekt im Vordergrund dezent aufgehellt werden soll.

Rechtliches zur Architekturfotografie

Damit die Freude über gelungene Bilder von Architektur nicht im Nachhinein getrübt wird, darf ich als Fotograf die rechtlichen Aspekte nicht außer Acht lassen. So dürfen Außenaufnahmen ohne Erlaubnis des Architekten nur von öffentlichen Straßen aus und ohne Hilfsmittel (Leitern, Hubschrauber, gegenüberliegender Balkon etc.) erfolgen. Hierzu berate ich Sie gerne.

 

Kontakt zu mir

Wenn Sie mehr Informationen zum Thema Photography oder speziell Architekturfotografie erhalten möchten, oder aber zum Beispiel einen Architekturfotografen benötigen, schauen Sie sich gerne meine vollständige Website an oder nehmen unter +49 (0) 911 – 13 00 90 87 Kontakt mit mir auf. Ich bin außerdem Teil eines Netzwerks mit Teams und Studios in Nürnberg, München, Hamburg und Berlin.